Ich habe eine Menge Leute gesehen, die sich beim Kauf eines 10€ teuren technischen Geräts hundert Reviews durchlesen. Meschen, die stundenlang überlegen, ob sie den roten oder den blauen Pullover kaufen sollen. Oder beim Kauf von Brot nicht entscheiden können, ob es Dinkel- oder Eiweißbrot sein soll.

Und dann abends einfach mal aus dem Bauch heraus entscheiden:

„Die Aktie ist ja gefallen, also ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie wieder steigt.“

Sie gehen jeden Tag arbeiten, schuften viele Stunden auf der Arbeit und geben viele Stunden ihrer Lebenszeit auf, um finanziell freier zu werden.

Und dann treffen sie solche Entscheidungen…

Andere gehen einen Schritt weiter, trotzdem unvollendet.

Sie recherchieren, schauen sich das Management an, prüfen die Produkte und dann treffen sie eine Entscheidung.

„Produkt passt. Management passt. Preis passt. Joa, passt. Wird steigen. Gekauft!“

Das sind keine Märchen. Viele Menschen da draußen investieren genau so an der Börse!

Sei nicht so sorglos bei deinen Investments

Häufig ist es nicht mal die Sorglosigkeit, die uns Menschen zu solchen Entscheidungen treibt. Viele Menschen wollen ihr Geld ja anlegen, sie wollen sparen und ihrer finanziellen Freiheit näher kommen. Das ist der Traum, der sie an die Börse treibt.

Sie wollen einfach nur glücklicher werden.

Leider werden zu viele Menschen an der Börse unglücklich.

Sie investieren in Aktien und verlieren häufig einen Anteil ihres Vermögens. Oder sie erfahren später, dass sie mit anderen Mitteln viel mehr Rendite gemacht hätten.

„Ich wusste es doch. Ich hätte in etwas anderes investieren sollen.“

Einige geben entmutigt auf. Sie wollen mit der Börse nichts mehr zu tun haben oder haben überhaupt keine Lust mehr zu investieren.

Geld zu verlieren ist schlimm. Aufzuhören überhaupt Geld zu verdienen, obwohl die finanzielle Freiheit in weiter Ferne liegt, ist aber noch schlimmer.

Dabei ist die Börse ein tolles Mittel um langfristig Geld anzulegen und für diese Anlage eine gute Rendite zu erhalten.

Ich gehe noch weiter:

„Es gibt kein besseres Mittel Geld anzulegen als an der Börse.“

Und ganz nebenbei gibt es keinen spaßigeren Weg.

Du brauchst ein Investmentmodell

Überlass dein Glück nicht irgendwelchen Zufällen. Überlege dir genau, wie du investieren möchtest. Überlege dir, unter welchen Umständen du kaufen willst. Überlege dir, wann du verkaufen solltest. Was ist für dich wichtig, was macht für dich ein gutes Unternehmen aus?

Eine hohe Dividende? Eine geringe Verschuldung? Kontinuierliche Gewinne?

Du brauchst ein Modell, nach dem du handelst, welches deinen Investmentgedanken Struktur gibt und dir gefühlsgeladene Hauruck-Aktionen verbietet. Dein Modell sollte dir idealerweise zeigen, wann du kaufen kannst und unter welchen Umständen du verkaufen solltest.

Dein Modell ist dein wichtigstes Werkzeug.

„Lass die ganzen Finanzzeitschriften, das Auf- und Ab des DAX, das Geplapper von irgendwelchen selbsternannten Finanzexperten, lass alles links liegen.“

Konzentriere dich ganz allein nur auf dein Modell.

Foto von Luis Marina

Lass dich inspirieren und lerne von den Besten

Dein Modell wird dir einen großen Teil der Denkarbeit abnehmen. Dein Modell wird dir Zeit schenken. Du wirst nicht mehr ratlos umherirren, immer auf der Suche nach der einen großen Chance viel Geld zu verdienen.

Nenn es Modell, Algorithmus, Rezept oder Checklist. Egal, wie du es nennst… Du brauchst eins!

Charlie Munger, langjähriger Geschäftspartner von Warren Buffett, hat schon immer Checklisten geliebt:

„Ich glaube fest daran, schwierige Probleme mithilfe von Checklisten zu lösen. Dadurch führt man sich all die naheliegenden und weniger naheliegenden Antworten vor Augen; ansonsten kann es leicht passieren, dass man etwas Wichtiges übersieht.“

Viele erfolgreiche Investoren haben über die Jahre ihre eigenen Modelle entwickelt. Angefangen von Benjamin Graham, über Warren Buffet, Joel Greenblatt, Peter Lynch bis zu Michael O’Higgins und weiter. Sie alle haben genau das gemein: sie haben ihre Modelle.

Einige Menschen machen sich nicht mal die Mühe viele Modelle kennenzulernen. Sie lesen das eine oder andere Investmentbuch, in dem erfolgreiche Investoren ihre Modelle vorstellen und das wars. Sie wenden die Modelle einfach nur an.

Sie kopieren ihre Idole.

Michael Burry, der durch sein spektakuläres Short-Engagement an der Subprime-Krise bekannt wurde, kopierte davor lange Zeit seine Idole. Er las Benjamin Grahams Bücher und Warren Buffett Biografien. Und er wandte Grahams Investmentmodell an. Michael Burry sagt selber:

„Meine ganze Aktienauswahl basiert zu 100% auf dem Margin of Safety Konzept, welches der Welt in dem Buch „Security Analysis“ (deutsch: „Die Geheimnisse der Wertpapieranalyse“) vorgestellt wurde und welches Graham zusammen mit David Dodd geschrieben hat.“

Andere Menschen wollen unterschiedliche Modelle kennenlernen und sie vielleicht sogar anpassen.

Charlie Munger ist der Meinung, man sollte möglichst unterschiedliche Modelle kennenlernen und aus allen lernen. Es müssen seiner Meinung nach nicht unbedingt Investmentmodelle sein. Charlie Munger vergleicht Buffetts Investmentstil im Berkshire Investorenbrief von 2014 sogar mit der Strategie eines Basketballcoachs. Charlie Munger ist der Meister im Vermischen von Modellen. Er mischt Investmentmodelle mit allen möglichen Ideen aus seinem Leben und kommt so zu noch mehr Investmentideen. Das ist tatsächlich sehr anspruchsvoll und ist alles andere als leicht zu kopieren.

Folgendes Zitat von Charlie Munger bringt das auf den Punkt:

„Man muss die großen Ideen der großen Fachrichtungen kennen und sie routinemäßig nutzen – alle, nicht nur ein paar davon. Die meisten Leute haben nur ein Modell gelernt, zum Beispiel aus der Ökonomie, und versuchen, alle Probleme auf dieselbe Weise zu lösen. Sie kennen das alte Sprichwort: Wer nur einen Hammer hat, hält jedes Problem für einen Nagel. Das ist eine dumme Art und Weise, Probleme anzugehen.“

Susanne Levermann meint hingegen, gutes Investment sei viel einfacher als man denkt. Ihr Modell besteht aus einem einfachen Score, den man für jede Aktie berechnen kann. Man muss in regelmäßigen Abständen den Score überprüfen und wenn sich nichts ändert, kauft und verkauft man halt nichts.

Die meisten guten Investoren sind sich aber einig, dass es mehrere mögliche und erfolgreiche Modelle gibt und dass man nach Investmentmodellen suchen sollte, die man versteht, an die man glaubt und die zu einem selbst passen.

Wenn du weniger schlecht investieren willst, lass dich von einem oder mehreren Modellen inspirieren.

Viele der Modelle werden wir auf diesem Blog kennenlernen.

Und wie wir uns von ihnen inspirieren lassen werden…

In diesem Sinne wünsche ich euch erfolgreiche Investments und bis zum nächsten Mal.


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