Ich habe endlich Peter Lynchs „One Up On Wall Street“ gelesen. Und was soll ich sagen? Halt dich fest, denn hier kriegst du eine komplette Zusammenfassung zum Buch und wirst viele Ideen sammeln, die du selber in deiner Strategie integrieren kannst! Also starten wir direkt mit meinem Review.

Zum Autor

Man kann sich Peter Lynch sehr gut einprägen. Er ist der Investor mit den weißesten Haaren. Und das kommt nicht von irgendwoher. Er war ein Workaholic und machte selten Urlaub. Investing war alles für ihn.

Peter Lynch

Peter Lynch ist nicht nur einer der besten Investoren aller Zeiten. Er ist einer der verständlichsten und sympathischsten unter ihnen. Er hat einen unglaublichen Ruf. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der schlecht über Lynch geredet hat oder ihm seine Fähigkeiten abgesprochen oder in Zweifel gezogen hat.

Vermutlich würde man dadurch nur seinen eigenen Ruf verlieren…

Peter Lynch ist eine lebende Investment-Legende. Einige sind sogar der Meinung, er wäre der beste Investor aller Zeiten, siehe hier.

Lynch arbeitete in seiner Jugend als Caddy auf einem Golfplatz und lernte so den Präsidenten der Fondsgesellschaft Fidelity kennen: George Sullivan. Er bekam einen Praktikumsplatz und war Feuer und Flamme für die Börse.

Peter Lynch, Bild von Bizjornals

Mit 25 wurde er Analyst, arbeitete sich schrittweise die Karriereleiter hoch und wurde schließlich der Leiter der Rechercheabteilung von Fidelity. Mit 33 übernahm er den Magellan Fonds mit einem damaligen Fondsvermögen von 18 Millionen Dollar. Durch eine durchschnittliche jährliche Rendite von fast 30% über 13 Jahre machte Lynch den Magellan Fonds groß. Als er die Leitung über den Fonds freiwillig abgab, waren 14 Milliarden Dollar im Fonds.

Lynch hat nie ein Geheimnis um seine Strategie gemacht, hat zahlreiche Vorträge dazu gegeben, Bücher geschrieben, etc. Viele gute Investoren da draußen haben sich durch Peter Lynch inspirieren lassen und investieren nach seinen Kriterien.

Und heute werden wir uns sein Buch „One Up On Wall Street“ anschauen.

Das Buch

Peter Lynch schrieb drei Bücher: „Beating the Street“, „Learn to Earn“ und „One Up On Wall Street“. Letzteres wird von vielen als Bestes bezeichnet. In diesem Buch beschreibt er nicht nur, warum man investieren sollte, was gute von schlechten Investments unterscheidet, welche Unternehmen man vermeiden sollte und noch vieles mehr.

Es fällt mir sehr schwer diesen Artikel zu schreiben, weil das Buch so vielschichtig ist. Es gibt kaum ein Thema, dass Peter Lynch nicht anspricht: Börse an sich, Portfoliozusammenstellung, quantitative und qualitative Analyse, Insiderhandel, Aktienrückkäufe, etc. etc.

In diesem Buch zeigt er, welche Fehler er selber gemacht hat. Und praktisch in einer Schritt für Schritt Anleitung, wie man gute Investments findet.

Er stellt sogar eine Checkliste zur Verfügung, die man abarbeiten kann. Ich wette Charlie Munger hat das Buch auch gelesen und an diesen Stellen ein kleinen wenig geschmunzelt.

Du meinst, da gäbe es doch einen Haken? Das haben eine Menge Leute damals bei Peter Lynch gesagt. Er selber meint: es gibt keinen. Thats it.

Die sechs Aktienkategorien

Bevor Lynch eine Aktie genauer untersucht, teilt er sie in eines der folgenden Kategorien ein. Der Sinn einer solchen Kategorisierung ist nicht nur ein besseres Verständnis, was man da eigentlich kauft, sondern was man für ein Wachstum erwarten kann und nach welchen Kriterien man das Unternehmen analysieren sollte. Es macht nämlich nach Lynch keinen Sinn die selbe Kennzahlenanalyse auf Unternehmen unterschiedlicher Kategorien anzuwenden.

Eine Anmerkung aber vorweg. Obwohl eine ganze Industrie sich ebenfalls in eines der Kategorien befinden kann (z. B. Slow Growth), so können einzelne Unternehmen in diesen Industrien sehr wohl anderen Kategorien zugerechnet werden!

Die „Slow Grower“

Diese zumeist großen und alten Unternehmen wachsen in etwa mit dem Bruttosozialprodukt eines Staates. Sie sind nicht immer Slow Grower gewesen. Früher oder später wird jedes rasant wachsende Unternehmen irgendwann ein Slow Grower.

Ein Beispiel dafür sind z. B. die Eisenbahnen in den 20ern. Damals noch die Fast Grow Industrie schlechthin sind die meisten Aktien in dieser Industrie mittlerweile eher Slow Grower.

Niemand möchte wirklich Aktien von einem Slow Grower besitzen, mit Ausnahme durch eine reizvolle Dividende. Peter Lynch verzichtete fast komplett auf diese Unternehmen.

Die „Stalwarts“

Zur Zeit von Peter Lynch waren Stalwarts Unternehmen wie Coca Cola, Procter & Gamble und Colgate-Palmolive. Ihre Kurscharts sind nicht so flach wie von Slow Growern, aber haben auch keine gigantischen Gebirge. Bei „Stalwarts“ kann man im Schnitt von einem Wachstum der Größenordnung von 10-12% rechnen. Es ist ungewöhnlich aus solchen Unternehmen „Tenbaggern“ zu machen und da ist wohl eher die Frage, wie lange man sie gehalten hat. Lynch bezeichnet mit „Tenbaggern“ Unternehmen, deren Aktienkurse sich verzehnfachen konnten…

Foto von Manik Rathee

Allerdings kann man auch mit „Stalwarts“ ausgesprochen gute Renditen erreichen, wenn man sie sehr günstig kaufen kann (z. B. bei einer Rezession oder wenn das Unternehmen kurzfristige Schwächephasen hat).

Heute sind die von Peter Lynch genannten Unternehmen auf bestem Wege zu den Slow Grower der Zukunft zu werden. Ich habe mir einige von Peter Lynch genannten Unternehmen angeschaut und festgestellt, dass das Gewinnwachstum (darauf schaut Lynch größtenteils) über die Jahre deutlich gesunken ist. So liegt es bei einigen Unternehmen bei nur noch zwischen 3% und 5%. Das zeigt, wie sich die Unternehmen auch mit der Zeit verändern und wie aus „Stalwarts“ auch „Slow Grower“ werden können.

Peter Lynch hat immer ein paar „Stalwarts“ im Depot, weil diese sich vor allem in Rezessionen und harten Zeiten als recht widerstandsfähig ausweisen.

Die „Fast Grower“

Peter Lynchs Lieblingskategorie. Kleine, aggressive Neu-Unternehmen mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 20 bis 25 Prozent. Wenn man die richtigen Aktien auswählt, ist das die Welt der 10 bis 40-bagger oder sogar 200-bagger.

Foto von Alex Iby

Ein „Fast Grower“ muss nicht unbedingt in einer „Fast Growth“-Industrie unterwegs sein. So war Bier lange Zeit eine „Slow Growth“-Industrie, aber Anheuser-Busch hat als kleineres Unternehmen nach und nach die gesamte Industrie übernommen und ist nun selber ein riesiges Unternehmen. Alles, was ein „Fast Grower“ braucht, ist etwas Platz um sich auszubreiten. Das kann in jeder Industrie passieren, auch wenn es in „Fast Growth“-Industrien sicherlich häufiger vorkommt.

Langsam wachsend war zum Beispiel auch die Automobilindustrie (obwohl man diese eher zu den zyklischen Industrien rechnet), aber Tesla ist trotzdem unglaublich schnell gewachsen.

Die Zykliker

Zykliker sind Unternehmen, deren Gewinne in regelmäßigen und manchmal unregelmäßigen Abständen steigen und fallen. Im Gegensatz zu Growth-Industrien, wo Gewinne praktisch nur eine Richtung kennen, schrumpft das Geschäft der Zykliker, wächst anschließend und schrumpft wieder.

Häufig sind Zykliker massiv von Rezessionen betroffen. So ist die gesamte Autoindustrie wohl eine zyklische Industrie. Menschen kaufen weniger Autos, wenn die Wirtschaft nach einer Blase zusammenbricht und die Menschen ihre Jobs verlieren. Das trifft auch auf Juweliere und generell Hersteller von Luxusartikeln, Flug- und Reisegesellschaften, etc. zu.

Die meisten Privatanleger verlieren ihr meistes Geld durch Zykliker oder müssen lange Zeit darauf warten, dass ein Zykliker kurstechnisch auf ein vorher erlangtes Niveau steigt. Nach dem Motto  „BMW-Aktien gehen immer“ kaufen sie Aktien auf einem Wirtschaftshoch und müssen dann erleben wie die Kurse bei Flauten in der Wirtschaft fallen.

Foto von wu yi

Allerdings kann man nach Lynch eine Menge Geld mit Zyklikern machen, wenn man sie a) antizyklisch kauft und b) das Unternehmen zusätzlich noch ein starker Turnaround-Kandidat ist (dazu gleich mehr).

Die „Turnarounds“

Turnarounds sind die fast kaputten Unternehmen, von denen jeder erwartet, dass sie kurz vor der Insolvenz stehen. Diese Unternehmen sind keine „Slow Grower“, es sind „No Grower“. Warum sollte man in so ein Unternehmen investieren?

Manchmal kommt es vor, dass derartige Unternehmen doch nicht Pleite gehen, sondern es schaffen zurückzukehren. Und manchmal schaffen sie es sogar zur alten Stärke zurück und darüber hinaus. Nicht selten schaffen sie es den verlorenen Kurs sehr schneller wieder einzuholen, was sie zu sehr lukrativen Investments macht.

Häufig sind schlecht gemanagte Zykliker Turnaround Kandidaten. So kaufte Lynch 1982 Chrysler-Aktien (Zykliker). Das Unternehmen war schwer gebeutelt, kam aber wieder zurück und Lynch machte einen enormen Gewinn. Dieser Turnaround war eines der besten Investments, die Lynch je gemacht hatte und verhalf ihm sicherlich auch zu seinem späteren Ruhm.

Peter Lynch zeigt aber auch, dass man mit Turnarounds enorme Verluste machen kann. So hat er in einige Turnarounds investiert, die es heute nicht mehr gibt.

Doch wie erkennt man einen Turnaround-Kandidaten? Ganz wichtig sind die Schulden und das Cash. Ein Unternehmen, dass keine oder kaum Schulden hat, kann nicht Pleite gehen. Wichtig ist also, ob das Unternehmen es schaffen kann die Schulden bei den Kreditgebern zu bezahlen und dementsprechend ein Cashbestand vorhanden ist.

Die „Asset Plays“

Das ist die Kategorie, die Benjamin Graham wohl geliebt hätte. „Asset Plays“ sind Unternehmen, die auf etwas sehr Wertvollem sitzen, das aber nicht in den Kurs eingespeist ist.

Wie kann es sein, dass ein Unternehmen solche Assets besitzt, aber die Börsencommunity das noch nicht bemerkt hat und die Aktien so unterbewertet sind? Gibt es so etwas wirklich oder ist das nur theoretisches „Geplänkel“? Nun, Peter Lynch meint, dass es das immer wieder gibt und er trotz der Argumente der Markteffizientler und vieler anderer immer wieder Aktien gekauft hat, die solche versteckten Assets hatten, die keiner sehen konnte oder wollte.

So beschreibt Peter Lynch, dass er eine Aktie von Liberty Corp. besessen hat, deren Aktienkurs niedriger war, als der Wert der TV Rechte, die das Unternehmen besaß.

Er meint aber, dass bei dieser Kategorie viel Wissen zum Unternehmen und eine intensive Einarbeitung benötigt wird.

Analyse des Unternehmens

Die Checklisten von Peter Lynch sind prall gefüllt mit einer Menge leicht nachvollziehbarer Kriterien, die ein Investment erfüllen muss. Und darin sind auch eine Menge Kennzahlenanalysen enthalten, die ich dir nicht vorenthalten möchte. So analysiert Lynch unter anderem folgende Punkte:

  1. Ist das KGV niedrig verglichen mit dem historischen KGV des Unternehmens? Ist es niedriger verglichen mit anderen Unternehmen aus der gleichen Industrie? Bei jedem Investment sollte gelten: KGV < Gewinnwachstum. Wenn KGV = Gewinnwachstum, so ist das Unternehmen häufig einigermaßen fair bewertet. Bei KGV > Gewinnwachstum kann man von einer Überbewertung ausgehen. Wenn Dividenden ebenfalls mit betrachtet werden sollen, wird die Formel etwas „komplizierter“: (Gewinnwachstum + Dividendenrendite) / KGV > 2. Ein Wert von unter 1 ist zu niedrig und Unternehmen mit solchen Werten sollten nach Lynch gemieden werden.
  2. Je niedriger die Anzahl institutioneller Anleger desto besser.
  3. Kaufen Insider selbst Aktien ein?
  4. Kauft das Unternehmen Aktien zurück?
  5. Erwirtschaftet das Unternehmen konstant Gewinne und wie groß ist das Gewinnwachstum (außer bei Asset Plays, wo auch ohne starke Gewinne eine Unterbewertung vorhanden sein kann)?
  6. Ist der Verschuldungsgrad niedrig (debt-to-equity ratio)? Bei einer normalen Bilanz sind es z. B. 75% Eigenkapital und 25% Schulden. Bei tollen Bilanzen sind es z. B. weniger als 10% Schulden, bei schlechteren mehr als 80% Schulden. Wie sieht es um die Liquidität aus? Ist die Current Ratio hoch genug (über 2)?
  7. Wie hoch ist das Nettobargeldvermögen pro Aktie? Es gilt: Nettobargeldvermögen = Cash – langfristige Verbindlichkeiten. Das Nettobargeldvermögen pro Aktie ist die unterste Ebene, unter die ein Unternehmen nicht rauschen sollte. Das ist ein wunderbarer Wert, um das Downside-Risiko eines Investment einzuschätzen!
  8. Hat das Unternehmen ein bekanntes Produkt und wenn ja, welchen Anteil hat es am Umsatz? Wie sieht das Umsatzwachstum dieses Produkts und des Unternehmens generell aus?
  9. Vermeide Unternehmen, die „Diworsification“ betreiben, also sinnlose Zukäufe tätigen. Meist funktionieren Zukäufe nicht, da sie mit dem Kerngeschäft nichts zu tun haben.

Ich finde vor allem das erste Kriterium interessant. Hier sieht man, dass Peter Lynch auch für die meisten Anleger scheinbar teure Aktien (hohes KGV) gekauft hat und dass es mehr um den Vergleich des KGVs mit dem Wachstum geht als um absolute KGV-Werte…

Außerdem ist das Nettobargeldvermögen eine sehr gute Einschätzung, wo der theoretisch „unterste Kurs“ sein darf. Sollte das Nettobargeldvermögen pro Aktie über dem aktuellen Kurs liegen, so haben wir ein klassisches Net-Net oder wie Lynch sagen würde: ein Asset Play.

Außerdem wichtig ist: Peter Lynch untersucht die ganzen Kennzahlen nicht nur für das Unternehmen, sondern vergleicht stets mit der Konkurrenz und versucht dort einen Vorteil für ein Unternehmen auszumachen.

Foto von rawpixel.com

Neben solchen allgemeinen Kriterien hat Peter Lynch für alle oben genannten Kategorien spezielle Listen, die er zusätzlich noch überprüft. Eine vollständige Liste würde hier aber zu weit führen.

Die Kategorien-Checklisten sind aber Gold wert und hier sollte jeder Investor auch für sich etwas mitnehmen können. So schaut Lynch z. B. bei Zyklikern bei den Inventories genau hin, vergleicht bei Fast Growern diverse Wachstumszahlen und schaut bei Turnarounds auf die Schulden.

Jede Aktie, eine Story

Vor jedem Investment ist nach jedem Investment. Bevor Peter Lynch Aktien kauft, hält er anhand einer Story fest, warum er diese Aktie gekauft hat. Er nennt es den „Two-Minute-Drill“. Der Vorteil ist nun, dass man die Aktie ständig mit dieser Story vergleichen kann.

Inspiration kann man sich nach Lynch auch bei Analysten holen. Er nennt einige Quellen, heutzutage würden die meisten Anleger aber wohl eher auf Seeking Alpha schauen.

Nehmen wir ein Beispiel aus dem Buch:

„The stock sells for $8, but the videocassette division alone is worth $4 a share and the real estate is worth $7. Thats a bargain in itself, and Im getting the rest of the company for a minus $3. Insiders are buying, and the company has steady earnings, and theres no debt to speak of.“

Nach einer Weile überprüft Lynch nun, ob sein Investment gemäß dieser Story noch lohnenswert ist. Das war bei ihm auch unbedingt nötig, denn am Ende hatte sein Fonds Aktien von über 1400 Unternehmen. Irgendwie musste er da den Überblick behalten.

Hier sieht man aber auch, dass Peter Lynch sehr aktiv war am Aktienmarkt. Er hat eine Menge gekauft und verkauft und musste sich mit solchen Stories sogar an seine Investments erinnern. Das ist sicherlich das Gegenteil von dem, was Warren Buffett predigt. So sagt Warren Buffett:

„Ich kann mich nicht mit 50 oder 75 Dingen beschäftigen. Das ist Arche-Noah-Investing – am Ende hat man einen Zoo. Ich stecke gern beträchtliche Summen in wenige Dinge.“

Für uns Privatanleger ist diese Vorgehensweise dennoch enorm interessant. Privatanleger beschäftigen sich häufig nicht jeden Tag mit ihren Unternehmen und Investments. Solche Storys können dabei helfen, dass man sein eigenes Investment versteht.

Zusammenstellung des Portfolios

Es wurde in der Vergangenheit viel über Peter Lynch und sein Portfolio geredet. Als er den Fonds aufgab, hatte sein Portfolio über 1400 Positionen! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Wie Lynch in seinem Buch erzählt, machten die Leute zu seiner Zeit häufig Witze über ihn.

„Gibt es eine Aktie, die Peter Lynch nicht besitzt?“

Tatsächlich war die Anzahl der Positionen zum einen eine Eigenart von Peter Lynch und zum anderen auch gewissermaßen erforderlich, da es diverse Regeln gab, dass ein Fonds nicht mehr als 5% seines Gelds in einem Unternehmen investiert haben durfte. Dadurch war Peter Lynch praktisch gezwungen stärker zu diversifizieren. Dass er trotzdem auf so eine hohe Rendite kommt, unterstreicht seine Fähigkeiten und hat ihm nicht ohne Grund den Ruf eingebracht, den er heute hat.

Wie er aber selbst ausführt, so war sein Fonds zwar in vielen Unternehmen investiert, aber 2/3 waren in nicht mehr als 200 Aktien investiert! In gewisser Weise war er daher durchaus ein konzentrischer Investor.

Peter Lynch ist der Meinung, dass man so viele Aktien besitzen sollte wie man a) das Unternehmen entscheidet einschätzen kann und b), dass man einen erheblichen Vorteil bei dem Unternehmen ausmachen konnte und alle Kriterien damit erfüllt sind. Wenn man also nur ein Unternehmen findet, dass alle Kriterien erfüllt, so investiert man halt am besten nur in ein Unternehmen. Findet man hingegen viele solche Chancen, kann man auch in viele investieren.

Ich wollte das an dieser Stelle nur nochmal anmerken, weil es über die Portfoliogröße bei Peter Lynch eine Menge falsche Aussagen gibt und ich seine Definition für recht interessant halte.

Weiterführendes

Zu guter Letzt möchte ich noch auf andere interessante Quellen hinweisen, die zum weiteren Studium einladen.

So hat auch EasyWISA auf seinem Blog in diesem Beitrag eine Empfehlung für dieses Buch abgegeben.

Außerdem möchte ich noch das folgende Video empfehlen, welches mein Aktien-Kollege Kolja Barghoorn auf seinem Youtube-Kanal anbietet:

Es gibt aber auch noch andere Videos zu Lynch und dieses Buch, die ich im folgenden nur verlinke:

Fazit

Dieses Buch hat mich begeistert. Es gehört definitiv zu dem Besten, was man an Investment-Literatur lesen kann und ich empfehle es jedem angehenden Investor als Grundlagenliteratur.

Aber auch jeder selbsternannte Experte wird durch dieses Buch erkennen, worauf es wirklich ankommt. Peter Lynch macht die Dinge einfach. Er zeigt, dass es auf ein paar ganz einfache Dinge ankommt und nicht auf das Expertenwissen, dass uns die Gurus, Investmentzeitschriften und tollen Portfoliomanager so vorgaukeln wollen.

Insgesamt kann ich das Buch also jedem empfehlen. Bedingungslos.

Ich habe in der Seitenleiste eine Umfrage gestartet (Link), wo ich mich frage, welcher Investor dich am meisten geprägt hat. Es würde mich freuen, wenn du teilnehmen würdest. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse!


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