Ich grüße dich, lieber Investor und liebe Investorin. Heute gibt es einen Neuzugang im WSI-Depot! Es handelt sich um ein Unternehmen, dass viele in Deutschland nicht auf der Rechnung haben und welches scheinbar allgemein wenig Beachtung findet. Aber bevor ich darauf eingehe, ein kurzes Statement zum WSI-Depot.

Aktueller Stand WSI-Depot

Waren das turbulete Wochen. Die Aktienkurse meiner Investments sind in die Tiefen gerauscht und das WSI-Depot entwickelt sich alles andere als gut. Nehmen wir zum Beispiel die Deutsche Rohstoff AG:

Man könnte meinen, dass die DRAG ja katastrophale Zahlen präsentiert haben muss, ansonsten lässt sich so ein Kursrutsch nicht erklären. Mitnichten! Es kam lediglich zu einer Gewinnverschiebung.

Die Anleger waren aber in der Allgemeinheit geschockt von der Meldung, sodass ein Negativtrend entstanden ist, der nun immer weiter runterzieht. Hinzu kommen absackende Ölpreise, die den Kurs weiter belasten. Und obwohl die DRAG bereits bekannt gegeben hat, dass der Ölpreis zu 75% abgesichert sei, will der Kurs nicht nach oben. Selbst positive Meldungen scheinen der DRAG nicht mehr zu helfen.

Am Ende werden daher die Geschäftszahlen wichtig sein. Da bin ich fest von guten Zahlen überzeugt und bleibe investiert. Allerdings muss man bei der DRAG geduldig sein. Ohne Frage!

Viacom ist wie die DRAG ein Langfristinvestment und ich war schon von Anfang an davon überzeugt, dass es noch eine Weile dauern wird, bis der neue CEO das Unternehmen umgestellt und neuausgerichtet hat.

Bei Taylor Wimpey läuft es wie geschmiert. Die Aktie hat nach einem Monat bereits ein Plus von fast 6%.

Wichtige Erkenntnisse

Ich investiere nach Value-Kriterien, aber vor allem quantitativ. Ich habe ein eigenes quantitatives Investmentmodell mit Value-Kriterien, mit dem ich Investmentideen aufspüre und nach dem ich kaufe und verkaufe.

Ich kaufe aber nicht alle Aktien, die mein Modell mir liefert! Ich beurteile noch zu etwa 10% nach qualitativen, also „weichen“ Kriterien.

Das Problem an quantitativen Modellen ist aber, dass sie eben quantitativ funktionieren. Sie funktionieren also im Schnitt über ein hinreichend großes Portfolio. Bei Einzelaktien muss es nicht bedeuten, dass sofort Gewinne zu erwarten sind.

Das beste Beispiel sind die Aktien DRAG und Viacom. Beide Unternehmen habe ich quantitativ ausgewählt. Ich liege mit beiden Unternehmen deutlich im Minus. Das bedeutet nicht, dass das quantitative Modell nicht funktioniert. Bei beiden Unternehmen werde ich nicht aufgrund von chaotischen Kursverläufen verkaufen ohne auf die nächsten Geschäftsberichte zu warten…

Die wichtige Lektion ist daher: Quantitative Modelle funktionieren quantitativ und müssen nicht bei einzelnen Aktien (sofort) funktionieren.

Gerade bei Viacom bleibt abzuwarten, ob der Wandel im Unternehmen wirklich stattfinden wird. Ich bin aber zuversichtlich. Das kann sich zu einem tollen Contrarian-Investment entwickeln. Niemand will diese Aktien haben, aber Viacom ist „too big too fail“ und hat nun endlich verstanden, dass sich einiges im Unternehmen ändern muss.

Das neue Unternehmen im WSI-Depot

Ab heute befinden sich Aktien von 3i Group (ISIN: GB00B1YW4409) im WSI-Depot. Das Unternehmen wird von den meisten Leuten in Deutschland tatsächlich nicht sonderlich beachtet, ist aber aus meiner Sicht ein Unternehmen mit tollen Finanzen, einer hohen Rentabilität und einer günstigen Bewertung.

3i Group

Auf Wikifolio haben 28 Nutzer diese Aktie in ihren Depots. Bei einer Anzahl von 11741 Portfolios auf Wikifolio sind das magere 0,238%. Zum Vergleich: Eine gehypte Aktien wie Novo Nordisk ist in 6,856 % aller Wikifolios enthalten!

Zum Portfolio von 3i Group gehören BoConcept, CHRIST, Agent Provocateur und viele mehr. 3i Group möchte in erster Linie international gestreut in defensive Titel investieren. Das mag sich erst einmal komisch anhören: Defensiv und rentabel? Heißt es nicht nach Eugene Fama, dass erst das Risiko auch mehr Gewinne mit sich bringt?

Nun, darauf möchte ich nicht jetzt eingehen. Das ist ein Thema für sich, aber 3i Group hat es trotz der Suche nach „defensiven“ Titeln geschafft, höchst rentabel zu sein. Sie investieren in starke Marken, so zum Beispiel das erwähnte BoConcept.

BoConcept ist Hersteller von Luxus-Designer Möbeln. Meine Frau und ich haben uns mal einen Tisch von denen gekauft, den aber sofort wieder zurückgegeben. Es handelt sich um den Tisch auf dem Bild oben… Wir hatten schlichtweg Angst eine einfache Tasse raufzustellen! Der Tisch war so teuer, davon hätte man sich ein schönes Bündel der BoConcept-Anteile über 3i Group kaufen können…

Am Ende wurde es ein 30 Euro Tisch von Ikea. Und der hat mittlerweile eine Menge Kratzer!

Das soll aber nicht den Umstand schmälern, dass BoConcept in ihrer Nische einfach bekannt und eine Größe sind.

Ähnlich ist es bei Agent Provocateur, einer Luxus-Unterwäsche Marke für Frauen oder CHRIST. Das sind bekannte Marken und mit unseren Aktien sind wir von nun Investoren dieser Firmen. 🙂

Ich habe aber nicht nur in 3i Group investiert, um in den drei genannten Unternehmen investiert zu sein, sondern weil mir das Geschäftsmodell der 3i Group gefällt, die Bilanzen gut aussehen und das Unternehmen seine Investmentstrategie nun seit Jahren erfolgreich wiederholt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die 3i Group noch viele tolle Private Equity Investments in der Zukunft tätigen wird.

Was mir außerdem gefällt, ist der Umstand, dass wir breit diversifiziert investieren, aber dennoch so eine hohe Rentabilität haben. Das ist eine seltene Kombination…

Ein privater Einblick

Ich bin am Samstag auf der Leipziger Buchmesse und möchte mal schauen, ob es da auch Finanzliteratur gibt. Die Leipziger Buchmesse ist zwar nicht gerade für Finanzen bekannt, ich möchte dennoch mein Glück versuchen. Vielleicht finde ich das eine oder andere Buch, dass in meiner Sammlung fehlt.

Ich wünsche dir tolle Investments und alles Gute.

Ferhat


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