Ich grüße euch, Investoren und Investorinnen! Ich hoffe, dass eure Pläne zur finanziellen Freiheit gedeihen und ihr motiviert seid weiterzumachen.

Geld ist eine total rationale Angelegenheit. Es ist kein Geheimnis, dass Aktien in den letzten 100 Jahren alle anderen Anlageformen komplett outperformt haben. Die Mechanismen, die zu einer guten Anlagestrategie passen, sind dabei hinlänglich bekannt.

Um zu lernen, wie die Großmeister der Aktienanlage gearbeitet haben, ist es empfehlenswert ihre Bücher zu lesen. Ich tue das sehr gerne. Häufig sind die Bücher auch super geschrieben und lassen sich locker auch mal nebenbei lesen. Tatsächlich macht es Spaß die Bücher von Leuten wie Peter Lynch zu lesen. Solche Autoren wollen nicht nur Wissen transferieren, sie wollen begeistern und unterhalten.

Aber habt ihr schon mal ein Finanzbuch in der Öffentlichkeit gelesen?

MONEY, MONEY, MONEY

Ich muss beruflich sehr viel mit dem Zug fahren und nutze die Zeit häufig, um weitere Bücher zu Finanzthemen zu lesen. Anfangs war ich bezüglich des Reisens noch skeptisch, immerhin ist Reisezeit auch Lebenszeit und letzteres ist schließlich sehr kostbar. Nach und nach habe ich meine Reisezeit aber schätzen gelernt und will sie häufig gar nicht missen. Ich schlage dann gerne das eine oder andere Buch auf und lese.

Das Problem: Warum haben die Verlage und Autoren so einen Hang zu Übertreibungen? Wie schaut das bitte aus, wenn ich da sitze und „You Can Be a Stock Market Genius“ lese? Oder ein Buch, wo fett „MONEY“ drauf steht? Die Leuten im Zug müssen ja denken, ich wäre der Überkapitalist oder so was.

Ich meine, Benjamin Graham mit „The Intelligent Investor“ oder „Security Analysis“ und Phil Fisher mit „Common Stocks & Uncommon Profits“ haben ja gezeigt, dass sich die Schinken trotz langweilig klingendem Namen verkaufen wie warme Semmel.

Okay, ich gebe zu, dass Bücher wie „Security Analysis“ nicht unbedingt zu den beliebtesten Bettlektüren gehören und auch sonst nur von den eingefleischten Investoren gelesen werden, aber wenigstens kann man sich damit in der Öffentlichkeit blicken lassen.

Ich weiß nicht, ob das für euch total egal ist, aber ich finde das schon befremdlich… Wenn ich da mit meinem Backfactory Kaffee in der zweiten Klasse sitze und Bücher über Geld, Geld und noch mehr Geld lese…

Oder soll ich eher peinlich sagen? Wenn ich da im Zug mal wieder stehen muss und der halbe Wagon mir zusieht, wie ich in „Der entspannte Weg zu Reichtum“ durchblättere. Dabei ist das ein echt gutes Buch!

Viele der Menschen im Zug kenne ich halt vom Sehen, wir fahren die Strecke ja häufiger. Einige kenne ich sogar persönlich. Und das macht den Umstand noch schlimmer. Wenn man mich das eine oder andere mal mit einem Buch mit solch einem Titel sieht, kein Problem. Wenn ich aber Woche für Woche mit „Die Millionärsformel“, „Aktien für die Ewigkeit“ oder „Cashkurs“ erscheine, wirke ich wohl gleich wie ein Hedgefond Manager oder so. Jedenfalls wird mir keiner dieser Leute glauben, dass ich beruflich mehr mit Technik zu tun habe und eigentlich gar nichts mit Finanzen.

In Deutschland sprechen Menschen nicht gerne über Geld. Das wissen wir ja schon. Aber anscheinend finden Menschen Geld so privat, dass man am Besten auch nichts darüber lesen sollte. Ich glaube, für einige Menschen ist Geld so ein krasses Tabu. Daran zu denken geht schon zu weit.

Liebe Verlage, ich kaufe eure Bücher auch, wenn ihr ihnen langweilige, aber passende Namen gebt. Nein, ich will das sogar noch betonen. Ich kaufe dann noch mehr! Ich kaufe euch den ganzen Schuppen leer.

Eines habe ich seitdem gelernt:

Hoch lebe mein Kindle eReader.


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